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Claire Janicki auf WM-Kurs

Neben Simon Klüter, der erst vor kurzem ein beeindruckendes Weltcupdebüt feierte, stellte Claire Janicki eine zweite internationale Starterin für den Mannheimer Ruderverein „Amicitia“. Seit Herbst 2020 bereitete sich Claire intensiv auf das Projekt „Tokyo 2021“ vor. Bei der Deutschen Ergometermeisterschaft Anfang des Jahres konnte sich Claire gegen ihre Kontrahentinnen durchsetzen und sich als zweite Frau für den gesteuerten Mixed-Riemenvierer der paralympischen Nationalmannschaft empfehlen. Mit dem Sieg nahm die Reise schnell Fahrt auf und es folgten wöchentliche Trainingswochenenden in Köln, um sich gezielt auf die Qualifikationsregatta in Gavirate, Italien vorzubereiten. Mit dem Abschneiden des PR3 4+ bei der WM 2019 in Linz ist es dem Vierer in der damaligen Besatzung nicht gelungen, ein Direktticket für die Paralympics zu lösen. Das Quintett um Claire Janicki, Susanne Lackner, Marc Lembeck, Valentin Luz und Steuerfrau Inga Thöne (Ulmer RC Donau) nahm von Training zu Training immer mehr Fahrt auf und zeigte in den Belastungen zunehmend gute Streckenzeiten. Die abschließende Streckenbelastung über die paralympische Distanz von 2000 Meter im Trainingslager in Breisach/Gavirate zeigte: mit dieser Mannschaft ist zu rechnen!
 
Für Claire ist die Regatta in Gavirate eine dreifach Herausforderung: es ist ihre erste Regatta seit Oktober 2020, es ist der erste internationale Start und es geht darum das Ticket nach Tokyo zu lösen. Mit einer beeindruckenden Performance gewann der deutsche Vierer den Vorlauf gegen Mexico, Spanien und Japan und ging somit  als Mitfavorit in das A-Finale. Im Finale musste das deutsche Boot mindestens Zweiter werden um sich für die Paralympics zu qualifizieren – doch mit Platz 5 im Finale verpasste das Boot die Qualifikation deutlich und wurde den Erwartungen nicht gerecht. „Mit dem Vorlaufsieg ist der Druck im deutschen Boot und insbesondere für Claire nochmals deutlich gestiegen. Die übrige Crew hat bereits internationale Regattaluft schnuppern können, Claire hatte sehr mit den Nerven zu kämpfen. Anders als im Vorlauf kam der deutsche Vierer nicht gut aus den Startblöcken und letztlich auch nicht gut in Fahrt“, deutet Trainer David rückblickend das Finalrennen. „Nichtsdestotrotz sind wir stolz auf unsere erst 18jährige Claire, die erst am Anfang Ihrer paralympischen Karriere steht. Der nächste Schritt ist die Deutsche Meisterschaft, auf der wir mit einer Medaille hoffen, dann geht’s weiter auf die WM nach Shanghai.“ – auch wenn das Ticket nach Tokyo nicht gelöst wurde, die Mannschaft ist weiterhin motiviert und heiß, bei der Weltmeisterschaft anzugreifen.
 
(Text: David Aras Foto: DRV/Derlien)

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