Schlagplatzwechsel JuHe Breisach

04.11.2021 20:46

Nach 26 Jahren als Leiterin der Jugendherberge Breisach übergibt Trudi Rothenbächer-Righini ihren Schlagplatz an ihre Nachfolger. Sie beschreibt die sich wandelnde Aufgabe in der Herbergsleitung so: „Während der 31 Jahre, die ich jetzt in diesem Beruf arbeite, hat sich die Aufgabenstellung stark gewandelt. So lag in den ersten Jahren der Fokus eher auf der Versorgung der Gäste, heute bin ich neben anderen Aufgaben Reiseverkehrsfrau, biete Pauschalpakete an und verbringe mehr Zeit mit dem Thema Digitalisierung und Dokumentationspflicht.“ Wer die Herbergsmutter in Aktion beobachtet, sieht aber schnell, dass sie mehr Schlagfrau als Steuerfrau ist. Rothenbächer-Righini hält die Schlagzahl hoch und zieht dabei kräftig mit.

Auf die Frage, wann Trudi Rothenbächer Righini und ihr Mann zum ersten Mal auf Ruderer trafen, erzählt sie: „Im März 1995 übernahmen wir die Leitung und kurz danach standen zwei Wochen Ostertrainingslager des Landesruderverbandes an. Wir waren völlig perplex, welche Essensberge Ruderer mittags und abends vertilgen. Zuvor hatten wir eine Herberge geleitet, die als Zielgruppe hauptsächlich Grundschulkinder hatte. Aber alles funktionierte und wir haben seitdem ein sehr gutes Verhältnis mit den Landestrainern und mit den Ruderern.“

Als besonders schön, beschreibt Rothenbächer-Righini, dass sie die Ruderer in der Regel über viele Jahre begleite. Diese kommen immer wieder, wachsen heran und den einen oder anderen sieht sie als Bundesfreiwilligen, als Elite-Ruderer, als Trainer und auch in anderen Funktionen des Ruderverbandes wieder. „In den 26 Jahren haben sich aber auch die Generationen der Ruderer verändert. In unseren ersten Jahren sahen die Zimmer der Ruderer nach Verlassen völlig chaotisch aus. Heute geht es viel disziplinierter zu. Wir erleben die Ruderer als diszipliniert und zielstrebig und vor allem als kooperativ und höflich.“

Rothenbächer-Righini hat hierbei sicher auch Erziehungsarbeit geleistet, auch wenn sie dies im Gespräch nicht so sagen möchte. 
Fragt man die langjährige Herbergsleiterin nach ihren Plänen nach Eintritt in den Ruhestand, so will sie sich denjenigen Dingen widmen, die sie bisher anderen ermöglicht hat: Reisen! So steht eine Radtour von Breisach nach Flensburg für 2022 auf der privaten Agenda. Ebenfalls freut sich ihr Mann auf viele gemeinsame Reisen durch Frankreich und die Aussicht einige Wochen mit Blick auf das Wasser zu verbringen, das in diesem Fall wohl nicht der Rhein sein soll. Möglicherweise entstehen vor dann auch die Kunstwerke, für die Rothenbächer-Righini seit ein paar Jahren das Malen lernt. 
Dr. Wolfgang Fritsch dankte im Laufe des Trainer C Lehrgangs im Oktober Trudi Rothenbächer-Righini für eine gute Zusammenarbeit mit dem Ressort Bildung des LRVBW, die bereits im Jahr 2007 begann. Seitdem haben viele Trainer Aus- und Fortbildungen in Breisach stattgefunden. Der Landesruderverband Baden-Württemberg sagt Danke und wünscht alles Gute für den Ruhestand. 

(Text und Foto: Heike Breitenbücher)

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