Rolf Hamm †

*12. August 1935     † 05. April 2019

 

Wenig fällt uns im Leben so schwer wie das endgültige Abschiednehmen von einem Menschen, den wir kennen und schätzen gelernt haben, mit dem wir ein Stück des Lebens gemeinsam gegangen sind, dem wir uns verbunden fühlen.

Ich möchte heute für den Rudersport, für den Landesruderverband Baden-Württemberg, für den Mannheimer Regatta-Verein und natürlich für seinen Heimatverein, den Mannheimer Ruder-Club an Rolf Hamm erinnern. Mit Hingabe über Jahrzehnte hat er mit seinem ehrenamtlichen Engagement im Rudersport Spuren hinterlassen.

 

Rolf Hamm trat im Alter von 15 Jahren in den Mannheimer Ruder-Club ein. Schon bald erzielte er sportliche Erfolge, wie etwa im Jahre 1952 den Gewinn der Deutschen Meisterschaft der Jungruderer, den heutigen Junioren, im gesteuerten Leichtgewichtsvierer. Rolf Hamm saß auf Schlag und gab somit den Takt an. Eine Aufgabe, die er auch später in vielen anderen Funktionen erfüllte. Gemeinsam mit zwei seiner damaligen Bootskameraden, Paul Wittich und Gerhard Gerlinger erhielt er 2015 vom Mannheimer RC die Ehrung für 65-jährige Mitgliedschaft.

Im Club engagierte er sich von 1969 bis 1979 als Wanderwart. Seine Berufung fand Rolf Hamm aber im Schiedsrichter- und Regelwesen. Bereits 1965 erwarb er die nationale Schiedsrichterlizenz und wurde 1967 internationaler Schiedsrichter. Über diese Funktion, ich spreche da aus eigener Erfahrung, ist der Weg ins Regattawesen kurz. Ab 1972 engagierte er sich im Mannheimer Regatta-Verein als Wettkampfleiter und Sportlicher Leiter. 1973 übernahm er, damals zunächst noch im Badischen Ruderverband Nord die Aufgabe der Organisation des Schulwettbewerbes „Jugend trainiert für Olympia“, im gleichen Jahr begann er im Deutschen Ruderverband als Mitglied der Ausschüsse „Regattawesen“ und „Schiedsrichterwesen“ mitzuarbeiten. Ab 1980, dann im zwischenzeitlich gegründeten Landesruderverband Baden-Württemberg, übernahm Rolf Hamm das Referat Regattawesen und führte dieses bis 1996.

Neben der Regatta in Mannheim leitete Rolf Hamm auch ab 1977 und über seine Mannheimer Zeit hinaus bis 1994 die Regatta auf dem Stadtsee in Bad Waldsee.

Seine Schiedsrichtertätigkeit bescherte ihm auch Einsätze in internationalen Spitzenveranstaltungen. 1979 war er Schiedsrichter bei der Weltmeisterschaft in Bled, es folgten Einsätze bei den Juniorenweltmeisterschaften, damals noch FISA Championat genannt, in Hazewinkel und Piedeluco. Bei den Weltmeisterschaften 1981 in München leitete er das Regattabüro und war auch 1988 in Köln Mitglied des Organisationskomitees der Junioren-Ruder-Weltmeisterschaften in Duisburg.

Parallel war er Autor im „Rudersport“ und versuchte mit seiner „Regelkunde für Aktive“ uns damals noch jungen Ruderern nahe zu bringen, wie wir uns auf und neben dem Wasser verhalten sollten. Zumindest für meine Person kann ich in Anspruch nehmen, dass ich nicht nur durch Artikel, sondern den einen oder anderen wohlmeinenden Hinweis so Ernst nahm, dass ich selbst auch nationaler und internationaler Schiedsrichter wurde.

Dieses überragende Engagement von Rolf Hamm blieb natürlich nicht verborgen und fand neben den Ehrungen im Verein auch Widerhall in der Auszeichnung mit der Sportplakette und Ehrennadel der Stadt Mannheim und der Auszeichnung durch das Ministerium für Jugend und Sport im Jahr 1985 für seine Verdienste um „Jugend trainiert für Olympia“. Auch der Landesruderverband verlieh ihm zunächst die goldene Ehrennadel und 1996 die höchste Auszeichnung, die Verdienstplakette. 

Dieses umfangreiche Engagement wird seine Zeit überdauern. Diese Spuren, die er mit seinem unermüdlichen Engagement gesetzt hat, lassen uns heute dankbar und demütig vor dieser Lebensleistung Abschied nehmen.

Es ist dieses außergewöhnliche Engagement, dieser Einsatz und diese Überzeugung, die Rolf Hamm gelebt hat.

 

Wir trauern mit Ihnen um einen großen Vertreter des Mannheimer Rudersports. Er war ein Vorbild und hat als solches Spuren hinterlassen. Spuren die weiterleben und die wir erhalten werden.

Wir werden Rolf Hamm ein ehrendes Andenken bewahren. Seiner Familie gilt unsere aufrichtige Anteilnahme.

 

Leicht gekürzte Fassung eines Nachrufs, gehalten vom Vorsitzenden des Mannheimer Regattavereins, Jan Erik Jonescheit, im Rahmen der Trauerfeier am 17 April.

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