In Memoriam Hanne Brand

Mitten im Krieg 1943 wurde Johanne Stratmann in Leer geboren. Durch ihre ältere Schwester animiert, trat sie mit 14 Jahren 1957 in den RC Leer ein und fand Freude am Rudern. Zu dieser Zeit gab es für Frauen noch das Stilrudern. Sie erreichte bei den Deutschen Meisterschaften in Mannheim 1965 den 4. Platz und bei den Deutschen Meisterschaften 1969 in Duisburg den 2. Platz. Es war der letzte Wettkampf im Stilrudern, diese Disziplin wurde abgeschafft. Frauen starteten ab 1970 in Rennbooten bei Regatten.

Hanne begann ihr Studium in Süddeutschland und war von 1960 bis 1970 Mitglied bei den Heilbronner Schwaben. Ihr beruflicher Weg führte Hanne dann nach Karlsruhe, wo sie dem RV Wiking beitrat, von 1970 bis 1974 und dann ab 1989 war sie dort Mitglied.

Dazwischen lagen 10 Jahre Mitgliedschaft von 1978 bis 1988 beim RC Rastatt, dort machte sie Bekanntschaft mit dem Wanderrudern, übernahm das Amt der Frauenwartin und kümmerte sich ums Kinderrudern.

In Karlsruhe hatte sie Volkmar Brand kennen gelernt, sie heirateten und hatten zwei Töchter. Als diese Töchter flügge wurden, begleitete das Ehepaar die erfolgreichen Ruderinnen zu allen Regatten Deutschlands und Europas. Bei den Weltmeisterschaften 1997 in Aiguebillet/Frankreich gewann Tochter Christiane im LG-Doppel-Vierer der Frauen die Goldmedaille und Tochter Angelika die Goldmedaille im LG Doppel-Zweier Gold vor dem favorisierten rumänischen Boot.
Im Landesruderverband Baden-Württemberg war man auf die studierte Betriebswirtin und gelernte Industrie-Kauffrau aufmerksam geworden und gewann sie für das Amt der Schatzmeisterin 1992. Mit dem Blick für Sparsamkeit und dem gelernten und studierten Beruf mehrte Hanne das Verbandsvermögen beträchtlich.

Die Verwaltung der Festgeldanlagen wurde ihr besonderes Hobby. Erfolgreich handelte sie mit den Banken gute Konditionen aus. Ihre Kassenführung war schnell und zügig. Wer etwas zu bekommen hatte, bekam es sofort und wer etwas zu bringen hatte wurde unerbittlich gemahnt. Wobei sie immer ein Herz für die Sache hatte, insbesondere für die Jugend.
Als Hanne das Amt der Schatzmeisterin im Jahre 2000 übergab, konnte sie auf ein wohlbestelltes Haus zurückblicken. Sie wurde mit der Ehrennadel in Gold des LRVBW ausgezeichnet.

Ab dem Jahr 2000 übernahm Hanne die Vertretung der Frauen des LRVBW, ein für sie wichtiges Anliegen. 2008 wurde das Amt der Frauen-Vertreterin aus der Satzung gestrichen. Hanne wurde mit der „ Medaille für besondere vom Verdienste“ vom Landesruderverband Baden-Württemberg verabschiedet. Das bedeutete für sie jedoch nicht das Ende ihres Interesses für den LRVBW. Wo Hilfe gebraucht wurde, Hanne war da, ohne Wenn und Aber.

Ab dem Jahr 2001 gehörte Hanne zu dem gewählten Kassenprüferteam des Deutschen Ruderverbandes für einige Jahre. Auch dort hat sie mit Beharrlichkeit und Zielstrebigkeit den Schatz ihrer Erfahrungen eingebracht.

Tief getroffen wurde Hanne durch die Erkrankung ihres Mannes, Volkmar Brand, der dann 2010 starb. Auch Volkmar stand dem LRVBW beratend und als Kassenprüfer zur Seite.

Ganz privat war Hanne in der Zwischenzeit eine begeisterte und liebevolle Großmutter. Davon konnte ich mich im Dezember 2019 während eines langen Telefonates überzeugen. Positiv und aufgeschlossen, so wie ich sie in vielen Jahren der Freundschaft kennen gelernt hatte, waren ihre Ansichten.

Mit Hanne Brand ist ein wertvoller Mensch von uns gegangen. Alle, die sie noch kannten werden sie vermissen. Dem Landeruderverband Baden-Württemberg hat sie treu gedient, dafür sagen wir Danke.

(Text: Judith Berger / Foto: pixabay)

Zurück