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Kooperation Schule-Verein

Welche Herausforderungen, Chancen und Möglichkeiten bietet eine Kooperation von Schule und Verein für den Rudersport und die Rudervereine im Land? Diese Frage stand im Fokus bei der Veranstaltung des LRVBW am vergangenen Dienstag, die im Online-Format durchgeführt wurde.

Das Thema bewegt die Vereine. 37 Teilnehmer hatten sich aus den Vereinen in Baden-Württemberg zugeschaltet. Holger Knauf, Landesbeauftragter für das Schulrudern, erläuterte die Rahmenbedingungen und die Möglichkeiten von Schulkooperationen. Wie gelingt der Start in eine Kooperation? Diese Frage war auch im Herbst bei den Vereinsgesprächen in Radolfzell und Karlsruhe gestellt worden. Schulrudern kann und soll Basis für eine breite Mitglieder-Gewinnung aus Sicht der Vereine sein, aber auch zusätzlich eine Chance Talente zu sichten und an den Verein zu binden.

Wie und mit welchen Argumenten können Vereine auf die Schulleitungen zugehen? Holger Knauf beschrieb den Wettbewerb in dem Schulen stehen. Sie können mit einem besonderen Angebot, einem guten Renommee sowie mit spezifischen Profilen um Schüler werben. Erfolg bei Wettbewerben wie „Jugend trainiert“ ist eine hervorragende Möglichkeit für Schulen, auf sich aufmerksam zu machen. Aber auch die „dritte Sportstunde“ in Klasse 7 verlangt Kreativität von den Schulen - die Rudervereine können ihre Expertise anbieten.

Wie kann der LRVBW die Vereine in diesem Bereich unterstützen? Holger Knauf bietet als Landesbeauftragter an, die Vereine hinsichtlich Kooperationsanbahnung zu beraten. So sollte ein Kooperationsvertrag erarbeitet werden, der viele Dinge regelt, so dass das Schulrudern ohne Reibungsverluste in den Vereinen stattfinden kann.

Wie schaffen es Vereine, den Schulruderern den Weg in den Verein attraktiv zu machen und sie langfristig an den Verein zu binden? Holger Knauf: „Rudern muss Spaß machen, das ist das wichtigste. Wenn möglich, sollte Schulrudern und Vereinstraining zeitliche Schnittmengen haben. Wenn die Schulruderer sehen, wer rudert und welche Boote auf dem Wasser sind, so steigt die Lust auf Verein und Leistungssport. Ein voller Bootshänger, der in Richtung Regatta fährt, weckt die Neugierde.“ In Marbach gibt es den FSG/MRV Rudercup - eine interne Vereinsregatta, die in Gig-Vierern ausgefahren wird. Aus vier Töpfen wird die Mannschaft gelost: Anfänger Schule/Profi Schule / Anfänger Verein/Profi Verein - abhängig auch vom Alter. Kontakte werden geknüpft und Gemeinschaftsgefühl generiert.

Einer der wichtigsten Punkte ist die Sicherstellung der Betreuung. Es kommen mehrere Modelle infrage: z.B. Lehrertrainer, Lehrbeauftragte, Schülermentoren, FSJ oder BfD Stellen oder Rudertrainer.

Kooperationen bedürfen individueller Lösungen je nach lokaler Situation. Beide Seiten müssen Verständnis füreinander entwickeln und viel kommunizieren, sehr viel kommunizieren. „Schwätzen hilft!“ Der Aufwand lohnt sich auf jeden Fall.

 

Text: Heike Breitenbücher

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