LRV Baden-Württemberg > Ruderjugend > Berichte > Berichte Ruderjugend

Bundesfinale mit Hindernissen

28.09.2011 11:53

Am 21. und 22.9. wurden auf der Olympia-Regattastrecke von 1936 in Berlin Grünau die Rennen des Bundesfinales Jugend trainiert für Olympia im Rudern bestritten. Acht Schulmannschaften aus Baden-Württemberg hatten sich durch einen Sieg beim Landesfinale oder als Nachrücker hierfür qualifiziert. Doch bereits die Anreise nach Berlin gestaltete sich für einige Schulmannschaften aus Baden-Württemberg schwierig. Die Mädchen aus Gaienhofen und des Hecker-Gymnasiums Radolfzell mussten im ICE im Bahnhof Singen zwei Stunden warten, bis sich ihr Zug endlich in Bewegung setzte. Die drei Ulmer Rudermannschaften sowie die Mannschaft aus Marbach saßen nach einer Vollbremsung ihres ICE zwei Stunden in einem Tunnel fest, bis Rettungsmannschaften eintrafen und alle Reisenden über Notleitern in einen anderen, bereits voll besetzten ICE umsteigen mussten. Weiterreisen im Stehen und drei Stunden spätere Ankunft in Berlin waren die Folgen.

Die Bootstransporteure der baden-württembergischen Boote hatten kurz vor dem Ziel in Berlin mit einen Defekt an der Kardanwelle des Zugfahrzeuges zu kämpfen. So stand die Anreise zum Bundesfinale für viele Teilnehmer unter keinem guten Stern.

 

Zum Glück zeigte sich in den folgenden Tagen wenigstens das Wetter in Berlin von der besten Seite. Bei strahlendem Sonnenschein, glattem Wasser und nahezu Windstille wurden den Rudermann-schaften in Grünau beste Bedingungen präsentiert. Acht Boote aus Baden-Württemberg gingen in die Vorläufe, alle mussten auch in die Hoffnungsläufe und überstanden auch diese ohne Ausscheiden. Allerdings konnte sich keine Mannschaft aus Baden-Württemberg für die Großen Finals, also den Kampf um die Plätze 1 bis 6, qualifizieren.

Einen Sonderapplaus des Publikums erhielt die Mannschaft des Humboldt-Gymnasiums Ulm, welche den Hoffnungslauf mit drei Ruderern und Steuermann bestritt, der vierte Ruderer war mit Magen-Darm-Infekt im Krankenhaus. Die Mannschaft erhielt sich so ihre Chance, das Halbfinale mitzufahren, bei dem der vierte Ruderer am nächsten Tag wieder im Boot saß. Immerhin schafften die Ulmer Jungen im Doppelvierer m. St. noch den 3. Platz im Kleinen Finale, insgesamt Platz 9. Ebenfalls auf Platz 9 beendeten die Mädchen des Scholl-Gymnasiums Ulm, die einige Probleme mit ihrem Berliner Leihboot hatten, sowie die Mädchen des Friedrich-Hecker-Gymnasiums Radolfzell das Bundesfinale. Der Achter des Kepler-Gymnasiums Ulm hatte der starken Konkurrenz aus neun anderen Bundesländern wenig entgegenzusetzen und beendete das Kleine Finale auf dem letzten und insgesamt 10. Platz. Platz 10 hieß das Ergebnis auch für die Jungen des Bismarck-Gymnasiums Karlsruhe im Doppelvierer m.St.. Nach dem Weg über Vorlauf und Hoffnungslauf fand sich die Mannschaft des Friedrich-Schiller-Gymnasiums Marbach im Gig-Riemenvierer m.St. schließlich am Ende auf Platz 8 wieder. Im Vergleich zu den Mädchen der erfolgreichen Mannschaften im Mädchen-Doppelvierer m.St. der Jahrgänge 1997-99 sahen die Mädchen der Internatsschule Gaienhofen wie eine Mannschaft aus lauter Steuermädchen aus und schafften so trotz achtbarer Rudertechnik nur den 11. Platz. Erfolgreichste Schulrudermannschaft aus Baden-Württemberg waren die Jungen des Heisenberg-Gymnasiums aus Karlsruhe, die im Gig-Doppelvierer m. St. den Sieg im Kleinen Finale einfuhren und somit insgesamt den 7. Platz erreichten.

Wieder zeigte sich, dass die baden-württembergischen Schulrudermannschaften aufgrund es späten Beginns des Schuljahres am 12. September einen erheblichen Trainingsrückstand gegenüber den Mannschaften aus den anderen Bundesländern aufwiesen, die teilweise schon seit fünf Wochen wieder im Training waren. Hinzu kommt, dass das Schulrudern in anderen Bundesländern einen ganz anderen Stellenwert hat und erheblich stärker gefördert wird als in Baden-Württemberg.

Zurück